Das ATmega32A Prototype Board ist eine kompakte Platine (80x100mm) mit allen notwendigen Elementen die zur Arbeit mit dem ATmega32A benötigt werden. Neben der Grundbeschaltung für den ATmega32A mit ISP und JTAG Anschluss verfügt das Board über einen Spannungsregler und eine serielle Schnittstelle. Für eigene Erweiterungen gibt es ein robustes Lochrasterfeld. Die Lötaugen sind doppelseitig und durchkontaktiert ausgeführt was die Stabilität erheblich verbessert.
Das Mega32A Prototype Board wird als Bausatz geliefert. Da keine SMD Bauteile verwendet werden ist der Aufbau unkompliziert. Alle wichtigen Bauteile sind gesockelt und lassen sich austauschen.
Zum Löten sollte man einen Lötkolben oder eine Lötstation mit elektronischer Regelung und mindestens 50W verwenden. Die Lötspitze darf nicht zu lang und zu dünn sein. Einige der Lötaugen sind mit sogenannten Thermals mit der Kupferfläche verbunden. An diesen Lötaugen kann der Lötvorgang aufgrund der hohen Wärmeableitung länger dauern. Liefert der Lötkolben nicht ausreichend Wärme oder ist die Lötspitze zu lang, kann es dazu kommen, dass die Wärmeableitung zu groß ist und das Zinn nicht richtig schmilzt. In manchen Fällen verbindet sich das Zinn nur mit dem Pin des Bauteils, jedoch nicht mit dem Lötauge auf der Platine. Dies kann zu Kontaktproblemen führen.
| Bezeichnung | Bauteil | Wert | Bemerkung |
|---|---|---|---|
| R1 | Widerstand | 10k Ohm | braun schwarz schwarz rot braun |
| R2 | Widerstand | 1k Ohm | braun schwarz schwarz braun braun |
| R3 | Widerstand | 680 Ohm | blau grau schwarz schwarz braun |
| R4 | Widerstand | 1k Ohm | braun schwarz schwarz braun braun |
| L1 | Spule | 10μH | braun schwarz schwarz silber |
| D1 | Diode | 1N4007 | Polarität beachten |
| Q1 | Quarz | 14,7456MHz, 16MHz | |
| IC1 | Controller | ATMega32A | Zuerst nur Sockel einlöten. Polarität beachten |
| IC2 | Schnittstelle | MAX232 | Zuerst nur Sockel einlöten. Polarität beachten |
| IC4 | Spannungsregler | 7805 | Polarität beachten |
| F1 | Sicherung | 1A träge | Zuerst Sockel einlöten |
| C1, C8-11, C13 | Keramikkondensator | 100nF | |
| C2-5 | Elektrolytkondensator | 10μF | Polarität beachten |
| C6, C7 | Scheibenkondensator | 22pF | |
| C12 | Elektrolytkondensator | 220μF | Polarität beachten |
| SV1 | Wannenstecker | 6 polig | Einbaurichtung beachten |
| X1 | D-Sub Stecker | 9 polig | |
| X2 | Spannungsstecker | ||
| S1 | Schalter | ||
| S2 | Reset-Taster | ||
| LED1 | Leuchtdiode | LED 5mm grün | Polarität beachten |
Mit der Bestückung beginnt man mit den niedrigsten Bauteilen, also die vier Widerstände, die Spule und die Diode. Die Anschlüsse dieser Bauteile müssen gebogen werden was sich am besten mit einer Biegelehre machen lässt. Eine flache Zange kann auch verwendet werden. Bei der Diode D1 ist auf die richtige Einbaurichtung zu achten. Der Ring dient als Markierung.
Die nächst höheren Bauteile sind die 100nF Kondensatoren, der Quarz Sockel, die 22pF Kondensatoren, der Sockel für die Sicherung, die IC Sockel und die Leuchtdiode. Am besten bestückt man sie in dieser Reihenfolge. Bei den IC Sockeln ist auf die Einbaurichtung zu achten. Eine Kerbe ist die Markierung. Die Leuchtdiode hat eine abgeflachte Seite. Diese muss in Richtung der Beschriftung „LED1“ zeigen.
Die Reihenfolge der übrigen Bauteile ist nicht kritisch und kann frei gewählt werden. Zu beachten ist die Einbaurichtung des Spannungsreglers IC4, der 5 Elkos und des 6 poligen Wannensteckers. Die Metallfläche des Spannungsreglers muss nach außen zeigen. Die Elkos haben als Markierung einen weißen Streifen. Dieser markiert den Minuspol. Das längere Bein markiert den Pluspol. Das längere Bein muss in das Loch das auf der Platine mit einem + Zeichen beschriftet ist.
Hinweis: Bei den Elkos ist der korrekte Einbau extrem wichtig. Ein falsch gepolter Elko kann platzen und dadurch Verletzungen verursachen
Die Kerbe des Wannensteckers muss nach innen zeigen. Möchte man die JTAG Schnittstelle nutzen benötigt man eine Stiftleiste mit 2×5 Pins (nicht im Lieferumfang. Für AVJTAGICE mkII keinen Wannenstecker verwenden). Wenn man die Kabel für die Spannungsversorgung anlöten möchte lässt man die Spannungsbuchse unbestückt. Darunter befinden sich zwei Lötaugen an die ein Kabel direkt angelötet werden kann. Alternativ kann auch eine Schraubklemme mit einem 3,5mm Raster eingelötet werden.
Nachdem alle Bauteile eingelötet sind kann man die Sicherung und den Quarz in den jeweiligen Sockel stecken. Die Anschlüsse des Quarz werden auf ca 5mm gekürzt. Die beiden ICs sollten vorerst nicht bestückt werden
Vor der Inbetriebnahme kontrolliert man noch einmal die Bestückung. Sind alle Teile an der richtigen Stelle? Sind die Bauteile richtig herum eingebaut? Sind alle Lötstellen sauber und gibt es keine Lötbrücken? Außerdem sollte die erste Inbetriebnahme ohne die ICs durchgeführt werden. Als Stromversorgung eignet sich am besten ein Labornetzteil mit einstellbarer Strombegrenzung. Alternativ kann auch ein Steckernetzteil mit 9-12V und 100-300mA verwendet werden.
Hinweis: Man darf beim ersten Test auf keinen Fall Batterien, Akkus oder ein PC Netzteil verwenden. Sie können hohe Ströme liefern was im Fehlerfall zur Zerstörung von Bauteilen oder sogar Verletzungen führen kann
Die Spannungsversorgung erfolgt über die Spannungbuchse X2. Der Stift in der Mitte ist GND, die Hülse ist Plus. Alternativ kann X2 unbestückt gelassen werden. In diesem Fall kann man an die Lötpunkte VIN und GND direkt Kabel anlöten oder eine Schraubklemme mit einem Raster von 3,5mm eingelötet werden. Die Spannung sollte mindestens 8V und darf maximal 15V betragen.
Nachdem man die Versorgungsspannung angeschlossen hat kann man den Schalter auf dem Board einschalten. Die Leuchtdiode muss leuchten. Ist dies nicht der Fall die Spannung sofort wieder abschalten. Tipps zur Fehlersuche erhalten Sie anschließend. Leuchtet die LED kann man an den mit VCC und GND beschrifteten Lötpunkten neben dem Lochrasterfeld die Spannung messen. Diese sollte 5V +/-5% betragen.
Sollte die Leuchtdiode nach dem Einschalten nicht leuchten kann das verschiedene Ursachen haben.
Der Controller wird ab sofort mit AVR109 kompatiblem Bootloader ausgeliefert. Verwendet wird der avrprog von Martin Thomas.
avrprog boot V0.85 Sourcecode Download
Der Bootloader wartet nach einem Reset oder dem Power Up eine Sekunde auf ein Signal auf der seriellen Schnittstelle. Danach startet ein vorhandenes Programm automatisch.
avrdude -pm32 -cavr109 -b115200 -Pcom0 -e # COM0 unter Windows avrdude -pm32 -cavr109 -b115200 -P/dev/ttyS0 -e # Serielle Schnittstelle an COM0 unter Linux avrdude -pm32 -cavr109 -b115200 -P/dev/ttyUSB0 -e # USB Seriell Wandler unter Linux
Die Standard Baudrate ist 115200 Baud und man muss den 14,7456MHz Quarz verwenden, um den Bootloader nutzen zu können. Möchte man den Bootloader nicht nutzen muss man die Fusebits ändern
avrdude -pm32 -cavrisp2 -Pusb -U hfuse:w:0xc1:m -U lfuse:w:0xff:m
Das Prototype Board hat einen 6 poligen ISP Anschluss kompatibel zum Atmel Standard wie er bei AVRISP mkII oder dem AVR Dragon zu finden ist.
Das Prototype Board hat einen 9 poligen D-Sub Stecker für die serielle Kommunikation. Für die Verbindung zum PC benötigt man ein Nullmodemkabel, 9 polig Buchse auf 9 polig Buchse, Pin 2 und 3 gekreuzt.